Ezra Vogel – Japan as Number One, no wait, Three!

Thorsten Pattberg and Ezra Vogel at Harvard University
Thorsten Pattberg and Ezra Vogel at Harvard University

Ezra Vogel – Japan as Number One, no wait, Three!

From a German blog entitled: Ein Ezra Vogel zieht weiter. China woo, Japan boo?

TOKYO- In 1979 wurde Ezra Vogel von der Harvard Universität zum Weltstar und Starökonom! Der Grund: er hatte gerade zum japanischen Wirtschaftswunder sein Buch ‘Japan as Number One’ mit der Harvard Presse veröffentlicht!

Offensichtlich hatten die USEliten aus den Vorhersagen dieses Buches Konsequenzen gezogen, und sich wirtschaftlich gegen Japanbehaupten können. Ach was,zerlegt  haben sie Japans Wirtschaft. Zwanzig Jahre lang stagnierteJapan, und kam nie wieder richtig in Fahrt.

In 2001 legte Professor Vogel nach mit ‘Is Japan Still Number One?’ Jetzt nicht mehr mit der Harvard Presse, sondern nur noch mit Pelanduk Pubns Sdn. Nicht sehr originell. Wir kannten die Antwort ja schon.

In 2011 hat Vogel es dann ganz mit Japansein gelassen. Sein neuester Kracher: ‘die Biografie ‘Deng Xiaoping and the Transformation of China’. Jetzt wieder mit Harvard Press:

Ich traf Ezra Vogel zur Harvard China Review in 2010. Sein Karrierewechsel weg von der Japanologie hin zur Sinologie hatmichnachhaltig beeindruckt –ja fasziniert. Wer fit ist, passt sich eben an. In ganz Amerika sind die Japanologen jetzt auch China-Experten.

Ich glaube nicht, dass Ezras China Buch ins Deutsche übersetzt wird, wie etwa Henry Kissingers ‘China’. Solche Dinge gehen anEurope vorüber. Die deutsch-sprachige Sinologie erscheint mir ohnehin als zu ideologisch, gelähmt bis moribund, und dem souveränenChina wünscht man sich diePest ans Bein –schon weil es konfuzianistisch ist.

Wenn Ezra Vogel schreibt, dann wirkt da was im Weltgeschehen. Zehntausende Amerikaner wechselten ins China-Studium.Peking kann sich vor Sprachstudenten kaum retten. InTokyo ist tote Hose, die wichtigen Analysten und Journalisten sind schon alle inBeijing. InJapan’s Kaufhäusern rauschen chinesische Ansagen. Nichts Englisches.

Am Ende des Deutsch-Japanischen Freundschaftsjahres 2011/12 in Tokyo, man feierte 150 Jahre deutsch-japanische Beziehungen, redete man (fast) nur überChina, oder dachte es. Deutschland undJapan als die grossen Bauernopfer im Spiel der Weltmächte?

Ezra Vogel’s China-Buch ist eine wichtige Lektüre für den heißen Sommer. Auch seine anderen Werke lohnen den Besuch. Man sieht sich in Beijing!