Paul Nungesser Vs. Emma Sulkowicz – Fatal Attraction

Paul Nungesser Vs. Emma Sulkowicz – Die Wahrheit hat nichts damit zu tun

Sexueller Mißbrauch Prozess an der Colombia University

Kommentar zu “Was geschah auf der Matratze” by Rudi Novotny  (DIE ZEIT, June 1st, 2015)

BERLIN – In Amerika gibt es eine Lynchjustiz, keine Frage. DIE ZEIT schreibt von kafkaresquen Zuständen. Wie zu Zeiten der Hexenverfolgungen. Nur diesmal haben es die Frauen, Feministen der 3. Generation, es fertiggebracht, ein auf wilkürliche Anschuldigungen basierendes, eigenes „Rechtssystem“ zu schaffen, in dem die Weiber immer die Opfer sind, und die Kerle erst gar kein Recht bekommen können.

DIE ZEIT hat sich, wohl etwas patriotisch, weil Paul Nungeßer eben deutsch ist, diese Woche in einem außergewöhnlich langen, detailreichen Artikel hinter den Verfolgten gestellt, um dann sagen zu wollen: Wo keine Anklage, da kein Schuldiger. Es werden noch andere Fälle aufgeführt, wo junge Männer ähnlich zu Unrecht angezeigt wurden. „Ich dachte, die Wahrheit wird siegen,” schluchtz eine Mutter. Die Wahrheit siegte dann auch, aber eben nicht die erwünschte. Was mich zum eigentlichen Kernpunkt dieses Kommentars bringt, nämlich die paradoxe Idee es gäbe eine einzige, unveränderliche Wahrheit, die man nur erfahren müsse, um dann die Realität zu   d r ä n g e n   sich jetzt doch gefälligst   n e u   zu arrangieren.

Dem ist aber nicht so. „Die Wahrheit ist…“. Wer so einen Satz anfängt, suggeriert ja schon, dass die Realität erst Platz machen müsse für eine neue Sicht auf die Dinge: Unsere Sicht. Die Wahrheit, die man erhofft zu erklären, hat also wenig zu tun mit der momentanen Realität, die ja nachweislich auch ohne die gerade gefundene Wahrheit auskam. Wir kennen das aus dem Leben. Wahrheiten, Lügen… die Welt geht trotzdem weiter. Die einzigen Völker die stets mit Schwert und Schild für die einzig wahre Wahrheit in die Schlacht zogen sind die mit den monotheistischen Glaubenssystemen. Die Chinesen und Inder, beispielsweise, sehen die Wahrheit als mehrdeutig, veränderlich, plastisch, relativ. Im Konfuzianismus zu sagen dies und jenes sei ‘die Wahrheit’ klingt überheblich und weltfremd. Alles ist in ständiger Veränderung, und reagiert zudem noch auf die äußeren Umstände. Sogar aus Lügen wachsen Wahrheiten.

Es sind oft scheinheilige, westliche Medien, welche dem Leser immer wieder einreden, es ginge um “Wahrheit”,   a u s g e r e c h n e t   im Christlichen Abendland, das von einem Spinner inspiriert wurde, der sich frech und dreist als „König der Juden“ und „Sohn Gottes“ ausgab. Nein, mit Wahrheit kommen wir im Westen nicht sehr weit: “Wer‘s einmal is‘, der is‘ et,” das weiß jeder Pressesoldat, der einmal für die Massenmedien fabrizieren durfte. Wir erfinden neue Wahrheiten in jeder Ausgabe. Dieser ist der böse Russe. Jener ist der Dissident der Chinas Regierung stürzen wird. Alles aus der Luft gegriffen. Und das sind dann unsere Wahrheiten, für die wir gerne in den Krieg ziehen -auch in den Medien. Ausländer können sich ja nicht wehren in den deutschen Medien. Und Männer können sich eben nicht gegen die “Geschichten” der rachsüchtigen Frauen wehren. Keine Chance. Schon gar nicht in den USA mit deren militanten Feminazis. Die Frau hat immer Recht. Vielleicht ist das die Wahrheit.

„Das großartige Land verfällt in den Wahnsinn,“ schreibt die DIE ZEIT. Pauls Familie muss natürlich trotzdem kämpfen. Gegen die Wilkür amerkanischer Rechtsordnung. Wie die Taliban. Sich nichts gefallen lassen, auch wenn alles schon in Schutt und Asche liegt. Denn nur Kämpfer kriegen in dieser Welt einen (wenn auch oft kurzlebigen) Wahrheitsanspruch. Will heißen: “Die Welt guckt hin.” Paul hat wirklich unverschämtes Glück gehabt, dass DIE ZEIT so ein fantastisches Stück der moralischen Verteidigung publizierte, auch noch auf Deutsch UND Englisch, damit die amerkanische Presse es liest.

Wie neulich, als Angela Köckritz als “Opfer” der bösen, chinesischen Staatssicherheit, und also als Heldin westlicher Werte, von der ZEIT hinaus in die anglophone Welt weiterempfohlen wurde. Der Plan war nicht aufgegangen, die US Medien bissen nicht wirklich an. Aber die Idee war schon recht gut. Die Situation ist nämlich genau wie der Rechtsanwalt in dem Artikel es beschreibt: Wahrheit ist kein Problem in den USA, kostet bei ihm $1000 pro Stunde. Den kann Paul sich natürlich nicht leisten. Aber es gibt ja noch den anderen, den für billigere Wahrheiten. Wahrheit, das ist harte Kampagne und geschicktes Marketing. Was der Deutsche immer nur ahnt, wird in den Staaten öffentlich ausgesprochen: Um Recht zu kriegen, brauchen Sie hier viel viel Geld. Ich kann dieses System bezeugen. Wer gar keine Mittel hat, der kriegt auch kein Recht. Die, die sich nicht helfen können, denen kann man auch alle Unwahrheiten aufschieben. Es heißt ja “Freedom of Speech”. Jeder kann, und darf auch alles sagen.

Ein Lichtblick für Paul, dass er aus gutem Hause kommt, und weiß ist, und deutsch. Da gucken die amerikanischen Medien hin. Das bringt Einschaltquoten. Hand aufs Herz, wenn der Paul jetzt schlau ist, entschuldigt er sich öffentlich bei Amerika, soviel „trouble“ verursacht zu haben, und schlägt der New York Times vor, ein Buch zu schreiben in dem er seine Unschuld beteuern wird, und sagt, dass er jetzt   n o c h   m e h r   Feminist geworden ist, und   n i e   w i e d e r   eine Frau auch nur schräg angucken wird. Das zieht. Da kommt er in die Tonight Show und zu Oprah auf die Couch.

Dann könnte er leicht zum Millionär werden. Und dann ziehen die USA mit China oder Russland in den Krieg, und niemand interessiert sich noch für Emmas olle Matratzengeschichte. Amerika vergibt schnell. Zweite Chancen sind dann immer auch eine Wiedergeburt. Die Medien? Die Medien ersinnen morgen schon wieder ganz andere, wichtigere “Stories.” Es ist wirklich alles halb so schlimm.

Und wenn er es am Ende   d o c h   getan hat? Den Geschlecthsverkehr sich damals einfach genommen hatte? Dann rutscht die Wahrheit wieder einen Stuhl weiter. Das wären doch die Lügenpresse, auf beiden Seiten des Atlantiks, auch DIE ZEIT, an der Hetze und Stimmungsmache, an der Propagandaschlacht, nur eben nicht der Wahrheitsuche, entschieden beteiligt gewesen. Am Lynchmob, eben.

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